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Tennis-Saiten



Tennissaiten

Die Saiten sind das A und O für die Leistung eines Tennisschlägers. Jeder Tennisspieler/spielerin steht einmal vor der Frage, wie der Schläger zu bespannen und welche Auswirkungen dies auf das Spielverhalten des Schlägers haben kann. Diesbezüglich bestehen offensichtlich einige Unklarheiten. Durch den folgenden Beitrag soll etwas Licht ins Dunkel gebracht werden:

Man kann Tennissaiten in zwei große Typen unterteilen: Naturdarmsaiten und Kunstsaiten.

Naturdarmsaiten

Naturdarmsaiten werden aus Kuhdärmen hergestellt und zeichnen sich durch unübertroffene Elastizität aus. Sie sind sehr witterungsempfindlich und teuer. Die meisten Profis spielen mit Naturdarm, aber für normale Clubspieler eigentlich kein Thema.

Kunstsaiten

Kunst- oder Synthetiksaiten sind High-Tech-Produkte, an denen ständig weiterentwickelt wird, um deren Spielbarkeit der von Naturdarmsaiten anzugleichen. Bei den Kunstsaiten gibt es eine Vielfalt an unterschiedlichen Strukturen und Materialien. I

Nylonsaiten

 

Nylonsaiten gehören zu den preisgünstigsten Tennissaiten und bestehen meist aus einem monofilen (einfaserigen) Nylonkern und verschiedenartigen widerstandsfähigen Ummantelungen. Die Spielbarkeit läßt in den meisten Fällen ein wenig zu wünschen übrig, aber aufgrund des niedrigen Preises sind Nylonsaiten ganz gut für Spieler mit hohem Saitenverschleiß geeignet.

Multifilamentsaiten

 

Um den Darmsaiten in den Spieleigenschaften möglichst nahe zu kommen, verdrillt man bei diesen Saiten viele dünne Einzelfasern zu einer Saite und ummantelt diese noch mit einem widerstandsfähigen Material. Vorteile sind hierbei höhere Elastizität und Spielbarkeit, aber solche Saiten fasern schnell auf und halten deshalb nicht lange.

Titaniumsaiten

Im Zuge des Titaniumbooms bei Tennisschlägern gab es auch bald eine Welle von Titaniumsaiten. Basierend auf Nylon- oder Multifilament-Saiten wird das Titan entweder außen auf die Saite aufgebracht, um das Material vor UV-Strahlung und Abrieb zu schützen, oder in die Fasern eingelagert, um die Spieleigenschaften zu verändern.

Polyestersaiten

 

Polyestersaiten weisen eine äußerst einfache Konstruktion auf: Sie bestehen aus einem einzelnen Polyesterstrang und einer dünnen Beschichtung. Es gibt sie in verschiedenen Stärken (Durchmesser 1,20 bis 1,35 mm), wodurch man sich die Spieleigenschaften aussuchen kann. Polyestersaiten sind wenig elastisch, bieten aber eine hohe Ballbeschleunigung und sind sehr haltbar und witterungsbeständig.

Spezialsaiten

 

Neben den eben genannten Grundtypen gibt es noch viele weitere spezielle Saitenstrukturen und -materialien. Zum einen gibt es Saiten mit strukturierter Oberfläche, die einem mehr Spin ermöglichen sollen.

Hybridsaiten

Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Saiten, von denen eine für die Längs-, die andere für die Querbespannung verwendet wird. Da bei einer einheitlichen Bespannung eigentlich immer die Längssaite reißt, weil sie einer größeren Belastung als die Quersaite ausgesetzt ist, verwendet man bei Hybrid-Saiten eine äußerst reißfeste Saite als Längssaite.

 

Allgemeine Hinweise zu Tennissaiten

Den Tennisschläger sollte man regelmäßig bespannen. Eine Faustregel besagt: Wechseln Sie Ihre Bespannung so oft im Jahr wie sie in der Woche spielen. Naturdarmsaiten mindestens einmal, Kunstsaiten mindestens zweimal im Jahr. Eine Synthetiksaite verliert in den ersten sechs Wochen schon bis zu 50% ihrer Elastizität! Darunter leidet die Spielbarkeit, und wer einen empfindlichen Arm hat, der wird es bald im Ellenbogen spüren.

Allgemein gilt: Je härter man bespannt, desto weniger Power und desto mehr Kontrolle hat man. Umgekehrt ergibt sich aus einer weicheren Bespannung eine höhere Ballbeschleunigung und damit verbunden ein Verlust der Kontrolle. Die folgenden Tabellen sollen einen kleinen Überblick geben:

 

Bespannungshärte Power Kontrolle Haltbarkeit Ballgefühl Armschonung
weicher mehr weniger mehr mehr mehr
härter weniger mehr weniger weniger weniger

 

Saitenstärke Elastizität Haltbarkeit Spin Ballgefühl Armschonung
dünner mehr weniger mehr mehr mehr
dicker weniger mehr weniger weniger weniger

 

Um die Haltbarkeit seiner Bespannung heraufzusetzen, sollte man seinen Schläger nie unnötig extremer Hitze, Kälte oder Feuchtigkeit aussetzen.


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